Hinter den Kulissen
Als ich meinen Kommunikationskurs plante, wusste ich, ich brauche Symbole und Figuren bzw. so eine Art Avatare. Gerade in der Kommunikationspsychologie ergibt es ja Sinn, dass ich Kommunikation zwischen Personen oder personenähnlichen Figuren darstelle. Problem: Urheberrecht und Lizenzen. Also habe ich mich aufgemacht und habe versucht, mir selbst Figuren auszudenken. Also habe ich ein wenig mit den KIs gebrainstormt und siehe da, unsere Böhnchen wurden geboren. Der erste war übrigens unsere Ratiobohne.

Die Transaktionsanalyse lag für mich nahe, weil sie ganz klare Typen hat. Als einmal klar war, es werden Bohnen, war nur noch wichtig, wie statten wir die aus. Und ich habe mir Gedanken gemacht, was verbinde ich mit diesen einzelnen Ich-Zuständen. Beim kritischen Eltern-Ich (Mathebohne) zum Beispiel hatte ich zunächst an einen Trainer gedacht, weil einige meiner Klienten oft auch von einem inneren Trainer, jemand der Leistung erfordert, denken. Also habe ich mit der KI einen Trainer entworfen. Dann musste ich an Cam von Modern Family denken, wenn der sich in seine Trainerrolle reinsteigert, dann ist der aber volle Kanne in seinem kritischen Eltern-Ich drin. Allerdings ist Cam ein so liebenswerter Charakter, dass die Bohne am Ende zu süß aussah, wir haben es also wieder verworfen.
Wieder an den inneren Zeichenblock gesetzt und dann ist mir die Mathebohne, symbolisch mit dem Abakus, in den Sinn gekommen. Warum? Einige meiner Klientinnen berichteten von Erfahrungen, die sie als Kinder mit ihren Vätern während der Mathehausaufgaben oder der Mathenachhilfe machten. Das ist für mich der Inbegriff, also war der nächste Archetyp geboren.

Die Kakaobohne als fürsorgliches Eltern-Ich war leicht. Wer hatte als Kind nicht gern eine heiße Tasse Kakao von jemandem bekommen, freundlich, lächelnd und zugewandt.

Das natürliche Kind-Ich (Schaukelbohne) ist für mich im Spiel, Schaukeln bedeutet für mich die pure Freiheit, die Kinder ausstrahlen.

Und die Sorgenbohne, unser angepasstes Kind-Ich, da war klar, gekreuzte Beine, ein unsicherer Blick, große Augen: Habe ich alles richtig gemacht?

Noch bevor ich mit der Akademie an den Start gegangen bin, habe ich diese Bohnenzustände an meinen Klient:innen getestet und was soll ich sagen, das kam sofort an. Jeder hatte sofort einen Charakter, mit dem er oder sie sich am meisten identifizieren konnte (sehr aufschlussreich, oder?) und noch besser, wir hatten plötzlich eine kurze, schnelle Sprache. Wir können sagen „Ich glaube, meine Sorgenbohne ist gerade am Steuer" oder wir können fragen „Ist da gerade die Mathebohne aktiv" oder „Was sagt denn Ihre Ratiobohne dazu?" Oder auch „Ich bin jetzt mal Ihre Kakaobohne".
Ich würde sagen, praxiserprobt. Vielleicht haben Sie ja Lust, auch diese Bohnenzustände zu verwenden.
Sollten Sie die Transaktionsanalyse noch nicht kennen und in größeren Teilen gar nicht verstehen, wovon ich gerade gesprochen habe, kein Problem, hier wäre der passende Themenbaustein dazu.
Verfasserin: Manuela Weiner, M.Sc., M.A.
