Psychologische Fallgeschichten

Was sind eigentlich psychologische Fallgeschichten?

… fragen Sie sich vielleicht. Und meine selbstbewusste Antwort lautet: Das habe ich mir selbst ausgedacht. Naja, nicht ganz, aber ein bisschen. Aber lassen Sie mich mal von vorn beginnen.

Ich werde schon seit Jahren gebeten, einen Podcast zu machen. Der Witz ist, ich habe selbst erst recht spät angefangen, selbst Podcasts zu hören, und am liebsten schaue ich sie mir eigentlich auch an. Als ich die Akademie gegründet habe, lag es nahe, ein Format zu etablieren, wo die Leute mich erst einmal kennenlernen können. Da dachte ich, mhm, vielleicht mache ich YouTube und teile dort ein paar kostenlose Inhalte, aber das ist auch gleich ganz schön sehr auf die Welt draufzu. Und dann kam das nochmal mit den Podcasts. Da stand ich nun, wie mache ich denn einen Podcast. Am liebsten höre ich eigentlich Menschen bei Interviews zu. Ich kann mich ja schlecht selbst interviewen. Mhm, das also nicht.

Dann kam ein zweites Interesse, das bestimmt viele Psychologieinteressierte auch spannend finden: True Crime. Und sind wir mal ehrlich, manche Podcasterinnen haben so eine sanfte einlullende Stimme, das ist schon fast ein bisschen kriminell, ihnen dabei zuzuhören, wie sie gerade von gruseligen Dingen erzählen.

Aber irgendwie gefiel mir das. Ich mochte es schon immer, anderen vorzulesen und eine Fallgeschichte zu erzählen und sie dann zu analysieren. Das klang für mich stimmig. Und natürlich gibt es in der Psychologie, vor allem auch in der klinischen Psychologie, unzählige davon. Problem: Urheberrechtlich geschützt. Da waren wir wieder. Ich kann zwar viel aus der Praxis erzählen oder sagen wir besser „könnte", aber die Daten und Informationen meiner Klient:innen sind mir heilig, also fiel das aus.

Dann kam die Idee, dann mache ich es eben selbst. Ich habe so viele Erfahrungen gesammelt und ich schreibe auch noch gern, warum entwickle ich eigentlich nicht selbst solche Geschichten und zwar gleich so, dass ich Material für die Akademie sammle.

Das Ganze ist dann ein bisschen ausgeufert, viele Protagonisten und dann noch die Bohnen, und ich dachte, ach was soll's, machen wir noch ein Video draus, das macht alles wirklich mörderischen Spaß, aber das kann ich auch ein anderes Mal erzählen.

Was sind also nun psychologische Fallgeschichten: Das sind dichte Stücke, die vor allem das Verhalten von Protagonisten in kontextuellen Zusammenhängen wie z.B. in der Familie oder auch in beruflichen Situationen erzählen. Sie geben uns die Möglichkeit, unsere Analysen und Interpretationen fast lehrbuchartig anzulegen, um zu zeigen, wie die Methoden funktionieren, aber auch – wie in meinem Fall – wie meine Arbeitsweise funktioniert. Gleichzeitig sollen sie einladen, mitzuanalysieren und über sich und seine Mitmenschen tiefgründiger, eben psychologisch nachzudenken.

Und wenn Sie jetzt Lust darauf bekommen haben und nicht schon in die erste Folge reingeschnuppert haben, dann machen Sie es doch und hören sich diese erste Geschichte und meine folgenden Analysen an. Laden Sie sich gern auch den kostenlosen Reflexionsbogen runter, in dem ich Ihnen einige hilfreiche Analysefragen zur ersten Folge stelle.

Ich freue mich aufs Reinhören.

Verfasserin: Manuela Weiner, M.Sc., M.A.