Warum mir Psychologie wichtig ist

Ich wache jeden Tag mit dem Gedanken bzw. mit der Gewissheit auf, dass Psychologie mir bei so gut wie jeder Situation durch den Tag hilft. Natürlich ist das pathetisch, das ist nicht mein erster Gedanke, mein erster Gedanke ist wahrscheinlich so etwas wie: Wo bin ich? Was muss ich heute tun? Kann ich noch länger schlafen?

Aber eines stimmt: Psychologie trägt mich durch den Tag. Und nicht, weil ich als Psychologin Psychologie brauche, um meine psychologischen Sachen zu tun, sondern weil es mir hilft, eigentlich alles besser zu verstehen.

Als ich das allererste Mal im Psychologiekurs saß, war ich voller Vorfreude darauf, was ich alles erfahre über Menschen. Und wahrscheinlich stimmen mir die Kolleg:innen zu und auch die, die gerade Psychologie studieren: Vieles wirkt so klar, so wie, auch das kann ich mir leicht merken, weil es ein Gedanke ist, der völlig nachvollziehbar ist, das muss ich mir nicht extra für die Prüfung notieren (großer Fehler im Übrigen!). Aber das Wunderbarste für mich ist, dass man plötzlich Erklärungen bekommt und Sprache. Für mich ist Psychologie Sprache für das zunächst Unsagbare, für das Intuitive, aber auch für das, was man vielleicht nicht oder falsch versteht.

Meine Klient:innen spiegeln mir manchmal zurück, dass ich auf sie immer wieder in Gewissheit wirke. Das ist natürlich Absicht, weil ich Kompetenz und Zuversicht ausstrahlen will, aber es ist nicht gespielt, weil ich mich auf meine Psychologie verlassen kann. (Nebenbei gesagt, gibt es auch einige Klient:innen, die es mal ganz schön finden, wenn ich auch mal einräume, dass ich da meine Schwierigkeiten habe, das ist aber ein anderes Thema).

Dass die Wahl meines ersten Akademiethemas auf Kommunikationspsychologie fiel, ist dann ja schon naheliegend. In Kommunikation steckt Sprache drin, aber – und das ist viel entscheidender – es ist deutlich mehr als Sprache, es sind Zusammenhänge, Modelle, tiefes Verstehen, lernen zu reflektieren und zu fragen, fragen, fragen.

Psychologie ist Sprache, sie ist Erklärung, sie ist Möglichkeit und auch – das gehört dazu – sie ist Wissenschaft, sie ist der Weg zu Klarheit ohne Selbstüberschätzung. Wenn manche Menschen (die ich für uninformiert halte) sagen, sie glauben nicht an Psychologie, dann denke ich: Das ist doch der Psychologie egal. Sie ist.

Wenn Sie Lust haben, sich ein bisschen mehr in das Thema einzuwühlen, beginnen Sie doch gern mit der Kursreihe „Psychologie ist alles, nicht alles ist Psychologie“. Dort erhalten Sie einen ersten kostenlosen Eindruck über das, was Psychologie ist und was keine Psychologie ist.

Autorin: Manuela Weiner, M. Sc., M. A.