Frauen können gut zuhören, aber sich schlechter um sich selbst kümmern
Frauen fällt es in der Regel schwer oder schwerer, ihre Bedürfnisse direkt an- und auszusprechen. Die meisten können gut zuhören, sich zurückhalten, sich um andere kümmern. Aber wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht, wird es schnell dunkel.
Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie direkt sagen, was Sie wollen? Juckt es Sie nicht auch in den Eingeweiden zu sagen:
Wir könnten doch…
Möchtest du vielleicht…
Man würde ja…
– alles nur kein Ich möchte oder schlimmer noch Ich will.
Da steht doch unser jahrtausendealte Moralgericht vor der Tür und will uns innerlich verhaften.
Die Sozialisationspolizei
Ich, ich, ich, das ist einfach nur egoistisch, ruft die Sozialisationspolizei oder auch Du denkst nur an dich, wenn wir einmal ein Ich raushauchen. Sprichwörter wie „Der Esel nennt sich immer zuerst“ helfen uns auch nicht dabei, das Ich mal an erste Stelle zu stellen. Sei nicht so egoistisch, ruft diese selbsternannte Sittenpolizei uns hinterher, im Gepäck einen Haufen Glaubenssätze:
Frauen machen das nicht.
Frauen denken an andere nicht zuerst an sich.
Frauen und Mädchen sind brav, lieb, still zurückhaltend.
Kleine Mädchen werden dafür gelobt, vielleicht sogar bevorzugt, sich zurückhaltend zu zeigen. Hier ist Konditionierung (also das Antrainieren von Eigenschaften) vorprogrammiert, tut aber dem Selbstbewusstsein von Frauen eher einen Bärendienst.
Woher sollen wir also wissen, ob diese Glaubenssätze uns gut auf das Leben vorberieten oder nur dazu dienen, bequem für andere zu sein?
Selbstbewusstsein
Der Titel „Die selbstbewusste Frau verwendet Ich-Botschaften" klingt vielleicht überzogen, ist aber im Grunde wahr. Ehrlich, Selbst-Bewusstsein bedeutet ja auf der sehr wörtlichen Ebene: sich seiner selbst bewusst sein. Im Grunde ist es sowohl Voraussetzung als auch Ergebnis desselben Prozess: Wenn ich mir meiner selbst bewusst bin, dann formuliere ich meine Bedürfnisse oder zumindest nehme ich meine Bedürfnisse wahr. Ich bin mir als bewusst über meine Bedürfnisse.
Nun können wir natürlich nicht ein monatelanges Training oder Coaching oder eine Therapie oder jedwede andere Form, die dazu dient, Selbstbewusstsein aufzubauen, machen. Aber ich kann Ihnen zeigen, wie Sie Ich-Botschaften, als direkteste Form der Bedürfnisformulierung richtig verwenden.
Ich-Botschaften
Ich-Botschaften sind dabei nicht nur eine einfache Technik. Im Grunde sind sie selbst Psychologie. Sie können Sie nur richtig verwenden, wenn Sie sich bewusste darüber sind, was Sie selbst wollen.
Haben Sie es gemerkt? Sich selbst bewusst sind . Das Gute an dieser Technik ist, sie zeigt Ihnen in einem 3+2 Schrittprogramm, wie sie diese ganz bewusst aufbauen können. Wir drehen es als um: Das Üben von selbstbewussten Auftreten schafft Selbstbewusstsein und Selbstbewusstsein schafft neues selbstbewusstes Auftreten.
In 7 Anwendungsbeispielen zeige ich Ihnen sehr ausführlich, wie Sie in unterschiedlichen Alltagssituationen und in verschiedenen Rollen wie beruflich oder privat Ich-Botschaften verwenden können. Sie bekommen die Gelegenheit anhand von Vorlagen, die ich Ihnen ausführlich erkläre, verschiedenste Alltagssituationen zu meistern, die wir dann zusammen ausführlich durchgehen. Ich zeige Ihnen, warum und wie dieses Auftreten funktioniert und wie es Ihnen hilft, Ihr Anliegen, Ihre Bedürfnisse durchzusetzen, ohne dass Sie dabei jemanden vor den Kopf stoßen - wie die Sozialisationspolizei es uns weismachen möchte.
Meine Empfehlung
Wenn Sie erst einmal klein einsteigen wollen, empfehle ich Ihnen den Themenbaustein Ich-Aussagen, sozusagen die kleine Schwester der Ich-Botschaften und für den Anfang ein schöner kompakter Einstieg und schnelle Hilfe, um einfach mal bei sich zu bleiben. Sie können es aber auch gleich als Bundle verwenden.
Autorin: Manuela Weiner, M.Sc., M.A.